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27.09.07
Für die von Kyrill betroffenen kleinen und mittleren Privatforstbetriebe in Nordrhein-Westfalen wird es spürbare Steuererleichterungen geben
Adresse (URL): http://www.finanzamt-koeln-porz.de/allgemein_fa/presse/pressearchiv/archiv_2007/27092007.php
Finanzministerium NRW
Düsseldorf, den 27.09.07
Für die von Kyrill betroffenen kleinen und mittleren Privatforstbetriebe in Nordrhein-Westfalen wird es spürbare Steuererleichterungen geben. Darauf einigten sich die Finanzministerien von Bund und Ländern gestern in einer Arbeitssitzung. Nicht bilanzierende und damit meist kleine Betriebe können nun aus Vereinfachungsgründen von ihren Einkünften, die sie aus dem Verkauf von Sturmholz erwirtschaftet haben, pauschal Betriebsausgaben in Höhe von 65 Prozent oder von 90 Prozent abziehen. Damit wird den erhöhten Ausgaben für die Holzaufarbeitung und den Folgekosten für die Instandsetzung der Wege und die Aufforstung der Waldflächen Rechnung getragen. In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 150.000 private Waldbesitzer. Über 90 Prozent profitieren damit von der nun gefundenen Regelung. Große, bilanzierende Betriebe können bei ihrem Finanzamt so genannte Billigkeitsanträge (Anträge auf eine abweichende Steuerfestsetzung in Härtefällen) stellen, wenn sie in ihrer Existenz bedroht sind. Die Finanzämter suchen dann mit den betroffenen Betrieben praktikable Einzelfalllösungen. Darüber hinaus gilt nach Einkommenssteuergesetz (§ 34b) für alle Betriebe, dass sie bei einer außerordentlichen Holznutzung infolge von höherer Gewalt einen vergünstigten Steuersatz in Anspruch nehmen können und so ihre Einnahmen zum Teil nur mit bis zu einem Viertel des durchschnittlichen Steuersatzes versteuern müssen.
"Für die Forstbetriebe, die zum Teil in ihrer Existenz gefährdet sind, bieten diese Steuererleichterungen nun wieder eine wirtschaftliche Perspektive", begrüßt Umweltminister Eckhard Uhlenberg den Beschluss. "In Nordrhein-Westfalen hat Kyrill mit Abstand am schlimmsten gewütet, deswegen war es der Landesregierung ein wichtiges Anliegen, den Waldbesitzern zu helfen." In seit Monaten laufenden Verhandlungen haben sich Finanzminister Dr. Helmut Linssen und Umweltminister Eckhard Uhlenberg für Steuererleichterungen für die Waldbauern eingesetzt.
In der Nacht vom 18. auf den 19. Januar verwüstete der Orkan Kyrill weite Teile des nordrhein-westfälischen Waldes. Fast 16 Millionen Festmeter Holz wurden vom Sturm gefällt und müssen nun aufgearbeitet werden. Betroffen sind vor allem Privatwaldbesitzer, deren Wälder zum Teil komplett vom Sturm vernichtet wurden. Sie können daher in den nächsten Jahren kaum Einnahmen erwirtschaften und sind zum Teil in ihrer Existenz bedroht. Die Landesregierung hat bereits kurz nach dem Sturm ein ganzes Maßnahmenpaket zur Unterstützung der Waldbesitzer auf den Weg gebracht. Neben Hilfen bei der Aufarbeitung und Logistik wurden in Förderprogrammen auch mehr als 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt bzw. als zinsverbilligte Kredite angeboten